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eSIM-Test Warschau 2026: Welche Reise-eSIM funktioniert wirklich?

  • Autorenbild: Josh von ByteBamboo
    Josh von ByteBamboo
  • 4. Aug.
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Aug.

Holafly Website Checkout zum Kauf einer eSIM in Polen
Testgerät: iPhone 16 Pro · Testort: Warschau, Bezirk Kabaty · Datum: 7.-8. Juli 2026

Speedtest-Tool: Speedtest by Ookla · Messungen pro Anbieter: bis zu 3 (bei Saily keine Messung möglich, siehe unten)


Transparenzhinweis: Dieser Test wurde unabhängig durchgeführt. ByteBamboo erhält aktuell keine Provisionen von den getesteten Anbietern – die Bewertung basiert ausschliesslich auf den eigenen Testergebnissen.



Das Ergebnis in Kürze


106 Mbit/s sehen beeindruckend aus – bis die Verbindung plötzlich weg ist. Genau das passierte Nomad in meinem Warschau-Test. Die schnellste eSIM war deshalb nicht automatisch die beste.

Alle fünf eSIMs waren in höchstens fünf Minuten installiert und nach der Aktivierung in weniger als einer Minute im Netz. Danach trennten sich die Wege:


  • Airalo machte den zuverlässigsten Eindruck: 58,7 Mbit/s, keine dokumentierten Unterbrüche und problemlos nutzbar für 4K-Streaming und Hotspot.

  • Nomad war am schnellsten: 106 Mbit/s, später aber ein Verbindungsabbruch trotz sichtbarem Signal.

  • Revolut war am einfachsten eingerichtet: Nach weniger als einer Minute war die eSIM installiert. Rund fünf Minuten später wechselte sie jedoch von 5G auf LTE und war danach kaum noch nutzbar.

  • Holafly lieferte im Schnitt 94,5 Mbit/s – die auffällig hohe Latenz von rund 305 ms sorgte bei 4K-Videos trotzdem gelegentlich für Ladezeiten.

  • Saily erreichte den Speedtest gar nicht: Etwa eine Minute nach dem Start brach die Verbindung im Warschauer Randbezirk ab.

Mein Testsieger ist Airalo. Nicht wegen eines spektakulären Spitzenwerts, sondern weil die eSIM während meines Tests einfach funktionierte. Auf Reisen zählt schliesslich nicht, welcher Anbieter für ein paar Sekunden glänzt. Entscheidend ist, wer online bleibt.
Drei Auszeichnungen im Warschau-Test: Airalo mit dem zuverlässigsten Eindruck, Nomad mit dem schnellsten Download und Revolut mit der einfachsten Installation.
Die Gewinner des eSIM-Tests in Warschau: Airalo überzeugte bei der Zuverlässigkeit, Nomad beim Download und Revolut bei der Installation.

So habe ich die fünf eSIMs getestet


Der Test begann nicht beim Speedtest, sondern beim Kauf. Denn eine Reise-eSIM muss mehr können, als für ein paar Sekunden einen hohen Messwert anzuzeigen: Sie sollte unkompliziert gekauft, schnell eingerichtet und unterwegs zuverlässig genutzt werden können.


Am 7.–8. Juli 2026 testete ich Airalo, Holafly, Nomad, Revolut und Saily nacheinander im Warschauer Bezirk Kabaty.


Alle fünf eSIMs liefen auf demselben iPhone 16 Pro. Je nach Verbindungsstabilität wurden ein bis mehrere Speedtests mit Speedtest by Ookla durchgeführt; angegeben ist jeweils der Durchschnitt der erhobenen Messungen. Die technische Grundlage blieb damit gleich – nur der Anbieter wechselte.


Was ich bei jeder eSIM geprüft habe:


  • Kauf: Preis, Bestellvorgang und notwendiges Benutzerkonto

  • Installation: benötigte Schritte und Zeitaufwand

  • Aktivierung: Zeit bis zur ersten Mobilfunkverbindung

  • Geschwindigkeit: Download und Upload

  • Alltag: YouTube-Streaming in steigender Auflösung und Hotspot mit einem zweiten Gerät

  • Auffälligkeiten: Netzwechsel, Verbindungsabbrüche und Probleme innerhalb der App


So konnte eine eSIM zwar beim Speedtest glänzen, musste sich danach aber trotzdem im Alltag bewähren. Genau dort zeigte sich, dass Geschwindigkeit allein noch keine gute Reiseverbindung ausmacht.


Ablauf des eSIM-Tests in sechs Schritten: Kauf, Installation, Aktivierung, Speedtest, Streaming und Hotspot-Test.
So wurden die eSIMs getestet: vom Kauf und der Installation bis zum Speedtest, Streaming und Hotspot-Test.

Ein Praxistest, keine Labormessung: Der Vergleich zeigt, was am Testtag unter meinen Bedingungen tatsächlich passiert ist. Er ist keine flächendeckende Messung über mehrere Tage und Standorte. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht automatisch auf ganz Warschau oder ganz Polen übertragen. Sie zeigen aber ziemlich deutlich, wie sich die fünf eSIMs beim Kauf, bei der Einrichtung und während eines konkreten Alltagstests geschlagen haben.


Kauf, Installation und Aktivierung


Bei einer Reise-eSIM ist Langeweile durchaus ein Qualitätsmerkmal. Kaufen, installieren, aktivieren – fertig. Genau so sollte es laufen. Ganz ohne kleine Umwege schafften es allerdings nicht alle Anbieter.


Fast gleiche Preise, unterschiedliche Leistungen


(Preise, Stand: 8. Juli 2026)

Zusammen kosteten die fünf Testpakete CHF 16.69. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot lagen nur 79 Rappen:

  • Airalo: 1 GB für 3 Tage – CHF 2.83

  • Saily: 1 GB für 7 Tage – CHF 3.27

  • Holafly: unlimitierte Daten für 1 Tag – CHF 3.47

  • Revolut: 1 GB für 7 Tage – CHF 3.50

  • Nomad: 1 GB für 7 Tage – CHF 3.62


Der Preis allein war damit kaum ein Entscheidungskriterium. Wichtiger waren Laufzeit, Datenvolumen und die Frage, wie unkompliziert die eSIM tatsächlich aufs Smartphone kommt.


Hinweis zum Datenverbrauch: Bei Tarifen mit nur 1 GB können Speedtests, 4K-Streaming und Hotspot einen erheblichen Teil des verfügbaren Datenvolumens verbrauchen. Dies könnte insbesondere die späteren Datenstopps bei Revolut und Nomad erklären.


Revolut-App mit Tarifübersicht beim Kauf der eSIM
Kauf des getesteten 1-GB-Tarifs in der Revolut-App

Revolut macht es am einfachsten

Am bequemsten war die Installation bei Revolut. Die eSIM ist direkt in die bestehende Revolut-App integriert und liess sich über die Funktion «Add» in weniger als einer Minute hinzufügen. Ein Widget auf der Startseite zeigte anschliessend den Datenverbrauch an. Wer Revolut bereits verwendet, benötigt weder eine zusätzliche App noch ein weiteres Konto. Einfacher wurde es in diesem Test nicht.






Kleine Umwege bei Holafly und Nomad

Holafly-App mit ausstehender eSIM-Aktivierung
Die Holafly-App zeigte die installierte eSIM weiterhin als ausstehend an

Airalo und Saily setzten auf den klassischen Ablauf: Benutzerkonto erstellen, Tarif kaufen und die eSIM über die App installieren. Das funktionierte ohne nennenswerte Probleme, war aber auch nicht aussergewöhnlich bequem.

Holafly kam ohne Accountzwang aus. Die eSIM liess sich über die App oder einen QR-Code installieren. Danach erkannte die App die bereits eingerichtete eSIM allerdings nicht und zeigte weiterhin «eSIM pending install» an. Die Verbindung funktionierte trotzdem – nur die App hatte es offenbar noch nicht bemerkt.




Bei Nomad sorgte der Rabattcode für einen unnötigen Umweg. Zuerst verlangte die Website eine Anmeldung, danach war der Code für den gewählten Tarif trotzdem nicht verfügbar. Viel Aufwand für exakt null Rabatt.

Ob die Verbindung nach der Aktivierung auch hielt, zeigte sich erst im nächsten Schritt.



Verbindung, Geschwindigkeit und Alltagstest


Beim ersten Speedtest sahen die Ergebnisse vielversprechend aus. Nomad und Revolut knackten die Marke von 100 Mbit/s, Airalo lag nicht weit dahinter. Nur: Reiseinternet wird nicht für einen schönen Screenshot gekauft.


Die öffentliche nPerf-Karte zeigt für Kabaty eine gemischte Abdeckung aus 4G, 4G+ und 5G. Ob dies mit den beobachteten Verbindungsproblemen zusammenhing, liess sich im Test nicht feststellen.


Die Unterschiede zeigten sich nicht im Speedtest selbst, sondern vor allem danach:


Airalo: nicht am schnellsten, aber beständig


Airalo blieb während des dokumentierten Tests ohne Unterbruch verbunden. YouTube-Videos liefen bis zur 4K-Auflösung flüssig. Auch der Hotspot mit einem zweiten Gerät funktionierte problemlos.


58,7 Mbit/s im Schnitt reichten damit nicht für den Sieg im Speedtest, aber problemlos für den Alltag.



Nomad: schnell, dann plötzlich offline


Nomad erreichte mit 106 Mbit/s den höchsten Downloadwert. Auch 4K-Streaming und Hotspot funktionierten zunächst ohne sichtbare Schwierigkeiten. Später brachen jedoch sowohl die mobile Verbindung als auch der Hotspot ab. Das Smartphone zeigte weiterhin ein Mobilfunksignal an, Daten flossen trotzdem keine mehr. Ein hoher Messwert hilft wenig, wenn die Verbindung kurz darauf verschwindet.



Revolut: fünf Minuten 5G


Revolut startete mit 100 Mbit/s beinahe ebenso schnell wie Nomad. Streaming und Hotspot funktionierten während der bestehenden 5G-Verbindung ebenfalls. Nach rund fünf Minuten wechselte die Verbindung jedoch von 5G auf LTE. Danach waren kaum noch Daten nutzbar. Aus 5G wurde damit ziemlich genau: fünf Minuten gut.


Holafly: schnell im Schnitt, aber mit spürbarer Verzögerung


Holafly erreichte im Schnitt 94,5 Mbit/s – nach Revolut und Nomad der dritthöchste Wert im Test. Auffällig war dagegen die Latenz: Mit durchschnittlich rund 305 ms lag sie deutlich über allen anderen Anbietern. Full-HD-Videos liefen davon unbeeinträchtigt flüssig, bei 4K kam es dennoch gelegentlich zu Ladezeiten – vermutlich eher eine Folge der hohen Latenz als der Downloadgeschwindigkeit. Der Hotspot funktionierte weiterhin.


Zu beachten: Der getestete Tarif war als «unlimitiert» beworben.


Holafly nennt für unlimitierte Tarife kein allgemeines fixes Datenlimit. Lokale Netzbetreiber können die Geschwindigkeit im Rahmen ihrer Fair-Use-Regeln jedoch zeitweise reduzieren. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Reiseziel und Tarif.


Für meinen kurzen Testzeitraum war das nicht relevant, bei längerer oder intensiverer Nutzung lohnt sich aber ein Blick in die aktuellen Fair-Use-Bedingungen des Anbieters.


Saily: Ausstieg vor dem Speedtest


Saily verlor etwa eine Minute nach Testbeginn die Verbindung. Im getesteten Warschauer Randbezirk kam danach keine ausreichend stabile Datenverbindung mehr zustande. Damit waren weder ein aussagekräftiger Speedtest noch Streaming und Hotspot möglich. Die schönste App nützt wenig, wenn dahinter kein nutzbares Netz wartet.


Pro Anbieter waren bis zu drei Speedtests vorgesehen. Die angegebenen Werte entsprechen dem Durchschnitt der durchgeführten Messungen. Bei Saily war aufgrund des Verbindungsabbruchs keine Messung möglich.



Die fünf Anbieter im direkten Vergleich


Kein Anbieter gewann jede Kategorie. Geschwindigkeit, einfache Installation und zuverlässige Nutzung verteilten sich auf unterschiedliche eSIMs.

Anbieter

Stärke im Test

Schwäche im Test

Interessant für

Airalo

Keine dokumentierten Unterbrüche, 4K und Hotspot funktionierten

Benutzerkonto erforderlich

Reisende, die möglichst wenig Überraschungen möchten

Holafly

Unlimitierte Daten (mit Fair-Use-Drosselung), kein Accountzwang, höhere Latenz

App erkannte die eSIM nicht, Ladezeiten bei 4K

Personen mit hohem Datenbedarf während eines einzelnen Tages

Nomad

Höchster Download- und Uploadwert

Verbindungsunterbruch trotz angezeigtem Signal

Reisende, denen Geschwindigkeit besonders wichtig ist

Revolut

Schnellste und einfachste Installation

Wechsel auf LTE, danach kaum noch nutzbar

Bestehende Revolut-Nutzer, die eine schnelle Einrichtung möchten

Saily

Übersichtliche App

Keine stabile Verbindung und kein Speedtest möglich

Nach diesem Test keine Empfehlung


Zwei ungeklärte Auffälligkeiten: Bei Nomad wurde der Tarif am folgenden Tag bereits als aufgebraucht und abgelaufen angezeigt. Auch bei Revolut schien das gekaufte Datenvolumen ungewöhnlich schnell verbraucht zu sein. Ob dafür die Speedtests, das 4K-Streaming oder eine fehlerhafte Anzeige verantwortlich waren, liess sich nachträglich nicht eindeutig feststellen. Für einen Vorwurf reicht das nicht. Zum Verschweigen waren beide Beobachtungen aber zu auffällig.


Fazit: Welche eSIM überzeugt in Warschau?


Wenn ich nach diesem Test erneut eine der fünf eSIMs für Warschau wählen müsste, würde ich Airalo nehmen.


Airalo war weder am schnellsten noch am bequemsten eingerichtet. Die eSIM tat aber genau das, was ich unterwegs von ihr erwarte: Sie stellte eine brauchbare Verbindung her und behielt sie während des dokumentierten Tests.


Nomad gewann den Speedtest, Revolut die Installation und Holafly bot als einziger Anbieter unlimitierte Daten. Jeder dieser Anbieter hatte einen klaren Vorteil. Bei der tatsächlichen Nutzung leisteten sie sich jedoch auch Schwächen, die schwerer wogen als ein hoher Messwert oder ein besonders schneller Start.


Saily kann ich auf Grundlage dieses Tests nicht empfehlen. Ohne stabile Verbindung fehlte die Voraussetzung für jeden weiteren Vergleich.


Wie eingangs erwähnt: Das bleibt eine Momentaufnahme eines Testtags, eines Smartphones und eines begrenzten Gebiets. Für Warschau fällt mein Urteil trotzdem klar aus: Airalo lieferte das überzeugendste Gesamtpaket.


Die beste Reise-eSIM ist schliesslich jene, über die man nach der Installation nicht mehr nachdenken muss. Weil sie einfach funktioniert.



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