eSIM-Test München 2026: 5G zwischen 50 und 661 Mbit/s

661 Mbit/s auf der einen Seite. 50 Mbit/s auf der anderen. Gemessen am selben Abend, am selben Standort und bei allen fünf regulären eSIMs mit 5G-Anzeige.
Ich habe Airalo, Holafly, Nomad, Revolut und Saily am Münchner Hauptbahnhof direkt nacheinander getestet. Zwischen dem tiefsten und dem höchsten Einzelwert lag mehr als Faktor 13. Besonders auffällig: Bei Airalo, Nomad, Revolut und Saily erfasste Speedtest als Carrier jeweils «Vodafone.de». Die Resultate lagen trotzdem weit auseinander.
Der eSIM-Test München 2026 zeigt damit vor allem, wie wenig das 5G-Symbol allein über die tatsächliche Datenleistung aussagt.
Kurzurteil
Revolut lieferte mit 661,13 Mbit/s den höchsten Einzelwert und kam über zwei Messungen auf durchschnittlich 644,26 Mbit/s. Saily lag mit durchschnittlich 630,92 Mbit/s praktisch in derselben Leistungsklasse. Airalo erreichte bei seiner einzigen dokumentierten Messung 638,72 Mbit/s.
Ganz anders Nomad: Trotz 5G und demselben Carrier-Label «Vodafone.de» lagen die beiden Messungen nur bei 50,19 und 52,17 Mbit/s. Holafly positionierte sich mit durchschnittlich 260,00 Mbit/s dazwischen.
Für einen generellen «München-Sieger» reicht diese Datenbasis nicht. Für einen direkten Standortvergleich ist der Unterschied trotzdem deutlich.
Die fünf eSIMs im Vergleich
Anbieter | Carrier laut Speedtest | Ø Download | Ø Upload | Ø Latenz | Höchster Download |
|---|---|---|---|---|---|
Airalo | 638,72 Mbit/s | 9,66 Mbit/s | 66 ms | 638,72 Mbit/s | |
Holafly | Holafly 5G* | 260,00 Mbit/s | 54,97 Mbit/s | 94,5 ms | 304,18 Mbit/s |
Nomad | 51,18 Mbit/s | 79,18 Mbit/s | 39 ms | 52,17 Mbit/s | |
Revolut | 644,26 Mbit/s | 116,30 Mbit/s | 56,5 ms | 661,13 Mbit/s | |
Saily | 630,92 Mbit/s | 111,18 Mbit/s | 28,5 ms | 644,60 Mbit/s | |
Wingo – Referenz, kein Ranking-Teilnehmer | 492,76 Mbit/s | 72,90 Mbit/s | 33 ms | 492,76 Mbit/s |
* «Holafly 5G» ist das Carrier-Label, das während des Tests in Speedtest erfasst wurde. Daraus leite ich kein bestimmtes deutsches Partnernetz ab.
Die Durchschnittswerte sind einfache Mittelwerte der vorhandenen Messungen. Bei Airalo gibt es nur eine dokumentierte München-Messung. Deshalb ist der Wert nicht gleich belastbar wie die Mittelwerte aus zwei Messungen. Tarif und Preis pro Anbieter stehen weiter unten im Abschnitt «Tarife und Preise».

So habe ich in München getestet
Ich habe die fünf eSIMs am 10. September 2026 am Münchner Hauptbahnhof mit demselben iPhone 16 Pro und der Speedtest-App von Ookla getestet. Die regulären eSIM-Messungen entstanden zwischen 23:02 und 23:32 Uhr. Wingo folgte als Referenz um 23:36 Uhr.
Pro Anbieter habe ich nach Möglichkeit zwei Messungen durchgeführt. Bei Airalo liegt nur eine dokumentierte Messung vor. Die Tests wurden nacheinander durchgeführt, nicht gleichzeitig.
Das Holafly Always-On-Backup habe ich separat getestet. Diese beiden Messungen fliessen nicht in den regulären Fünf-Anbieter-Vergleich ein.
Der Versuch ist deshalb bewusst als Standorttest zu verstehen. Er zeigt, was diese fünf eSIMs unter meinen Bedingungen an diesem Abend am Hauptbahnhof geliefert haben. Er sagt nicht, welcher Anbieter in ganz München oder Deutschland generell das schnellste Netz bietet.
Auch der Support ist nicht Teil dieses Standorttests. Airalo, Holafly, Nomad, Revolut und Saily habe ich separat mit identischen Support-Fragen getestet. Die Ergebnisse findest du im eSIM-Support-Test 2026.
eSIM-Test München 2026: Alle zeigen 5G, nur die Geschwindigkeit folgt nicht
Vier der fünf regulären eSIMs wurden von Speedtest mit demselben Carrier-Label erfasst: Vodafone.de. Drei davon, Airalo, Saily und Revolut, lagen dabei im Schnitt über 600 Mbit/s.
Und Nomad? 51,18 Mbit/s im Mittel.
Das ist der auffälligste Befund des gesamten Tests. Das gleiche 5G-Symbol und sogar das gleiche Carrier-Label führten nicht annähernd zu derselben gemessenen Leistung.
Die Messungen zeigen damit vor allem eines: Das sichtbare Mobilfunknetz ist nur ein Teil der Verbindung.
Reise-eSIMs können Daten unterschiedlich routen, andere technische Profile verwenden und bei Speedtests auf unterschiedliche Server treffen.
Auch die momentane Netzauslastung kann sich ändern. Welche dieser Faktoren den Unterschied in München tatsächlich verursacht hat, lässt sich aus meinen Messungen nicht bestimmen.
Auch die verwendeten Speedtest-Server unterschieden sich. Revolut testete beispielsweise über die Stadtwerke Soest, Saily über fdcservers.net, Nomad über H2NEXUS und Airalo über Simyo. Das ist ein weiterer Grund, aus dem Ergebnis keine einfache Aussage wie «Vodafone ist bei Anbieter X langsamer» abzuleiten.
Zur Einordnung: Meine Schweizer SIM (Wingo) erreichte am selben Standort über Vodafone.de 492,76 Mbit/s.
Sie war damit deutlich schneller als Holafly und Nomad, lag aber unter den starken Messungen von Airalo, Revolut und Saily.
Die fünf Anbieter im Detail
Airalo: sehr schneller Download, auffällig tiefer Upload
Airalo erreichte in der einzigen dokumentierten Messung 638,72 Mbit/s im Download. Damit lag die eSIM auf Augenhöhe mit Revolut und Saily.
Beim Upload sieht das Bild komplett anders aus: 9,66 Mbit/s sind mit Abstand der tiefste Upload-Wert der fünf regulären Anbieter. Die Latenz lag bei 66 ms.
Ein einzelner Downloadwert beschreibt damit nicht die ganze Verbindung. Für normales Surfen, Karten, Social Media oder Streaming ist ein Download von über 600 Mbit/s weit mehr als nötig. Bei grösseren Uploads oder Cloud-Backups würde der Unterschied zu Revolut und Saily eher auffallen.
Der grössere Vorbehalt ist aber die Datenbasis: Bei Airalo konnte ich in München nur eine Messung dokumentieren. Der Wert ist stark, aber nicht durch eine zweite Messung abgesichert.
Holafly: solide Mitte statt Spitzenwert
Holafly erreichte 215,81 und 304,18 Mbit/s. Der Durchschnitt liegt bei 260,00 Mbit/s.
Das ist deutlich weniger als bei Airalo, Revolut und Saily, für typische Reiseanwendungen aber weiterhin mehr als ausreichend. Der durchschnittliche Upload lag bei 54,97 Mbit/s.
Auffälliger ist die Latenz. Mit 80 und 109 ms lag Holafly bei der regulären eSIM über allen vier anderen getesteten eSIMs. Das muss beim normalen Browsen nicht störend sein, wird bei Echtzeitanwendungen wie Videotelefonie, Remote-Zugriff oder Gaming aber relevanter.
Holafly Always On im Zusatztest Zusätzlich habe ich das separate «Always On Backup»-Profil zweimal gemessen. Der durchschnittliche Download lag mit 266,78 Mbit/s fast auf demselben Niveau wie bei der regulären Holafly-eSIM. Die Latenz stieg jedoch auf durchschnittlich 136 ms. Messwerte: 232,64 und 300,91 Mbit/s Download, 135 und 137 ms Latenz. Für eine der beiden Messungen ist im Export kein gültiger Ookla-Freigabelink vorhanden. Die zweite ist hier dokumentiert.
Nomad: 5G, Vodafone.de und trotzdem nur rund 50 Mbit/s
Nomad ist der klare Ausreisser dieses Tests. Die beiden Downloads lagen bei 50,19 und 52,17 Mbit/s. Der Durchschnitt beträgt 51,18 Mbit/s.
Dabei sah auf den ersten Blick alles normal aus: 5G war aktiv und Speedtest erfasste wie bei Airalo, Revolut und Saily «Vodafone.de» als Carrier.
Langsam im praktischen Sinn ist 50 Mbit/s nicht. Streaming, Navigation und normales Arbeiten funktionieren mit dieser Bandbreite problemlos. Im direkten Vergleich fällt Nomad aber massiv ab. Revoluts bester Einzelwert war mehr als dreizehnmal so hoch.
Interessanterweise war der Upload mit durchschnittlich 79,18 Mbit/s deutlich stärker als der Download erwarten lässt. Auch die Latenz von 39 ms war gut.
Warum gerade der Download so weit zurücklag, liess sich im Test nicht eindeutig feststellen. Zwei fast identische Resultate direkt hintereinander sprechen zumindest dafür, dass die erste Messung kein einzelner Zufallstreffer nach unten war.
Revolut: die höchsten Messwerte des Abends
Revolut erreichte 661,13 und 627,38 Mbit/s. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von 644,26 Mbit/s, der höchste Mittelwert unter den Anbietern mit zwei Messungen.
Auch der Upload war mit durchschnittlich 116,30 Mbit/s stark. Die Latenz lag mit 60 und 53 ms im Mittelfeld.
Damit war Revolut in München in den reinen Speedtest-Werten sehr stark. Das passt allerdings nur zu diesem Standort und diesem Testabend. Eine Aussage über die generelle Netzqualität von Revolut in Deutschland wäre daraus zu viel abgeleitet.
Der Tarif war 3 GB für 30 Tage, bezahlt habe ich dafür EUR 6.86.
Damit hatte Revolut denselben Datenumfang wie Nomad und Saily und lag preislich zwischen den beiden.
Saily: fast so schnell wie Revolut, aber mit deutlich tieferer Latenz
Saily lieferte 644,60 und 617,23 Mbit/s. Im Mittel sind das 630,92 Mbit/s.
Beim Upload kam Saily auf durchschnittlich 111,18 Mbit/s. Noch auffälliger war die Latenz: Mit 27 und 30 ms erreichte Saily den besten Durchschnittswert der fünf eSIMs.
Damit war Saily in München nicht einfach nur schnell. Die Messwerte waren über Download, Upload und Latenz hinweg ausgewogen.
Revolut lag beim Download etwas höher. Saily hatte dafür die deutlich tiefere Latenz. Bei Echtzeitanwendungen dürfte dieser Unterschied eher auffallen als die Differenz von rund 13 Mbit/s beim Download.
Tarife und Preise
Die getesteten Tarife waren nicht identisch. Ein pauschaler Preis-Leistungs-Sieger wäre deshalb künstlich.
Anbieter | Getesteter Tarif | Bezahlt | Rechnerischer Preis pro GB |
|---|---|---|---|
Airalo | 1 GB / 3 Tage | EUR 3.70 | EUR 3.70 |
Holafly | Unlimited / 1 Tag | EUR 3.41 | nicht sinnvoll berechenbar |
Nomad | 3 GB / 30 Tage | EUR 5.48 | ca. EUR 1.83 |
Revolut | 3 GB / 30 Tage | EUR 6.86 | ca. EUR 2.29 |
Saily | 3 GB / 30 Tage | EUR 7.83 | ca. EUR 2.61 |
Alle Preise in Euro. Airalo, Nomad und Revolut haben in München ursprünglich in Schweizer Franken abgerechnet, Saily in US-Dollar, Holafly direkt in Euro. Umgerechnet zum Kurs vom 18. September 2026 (1 CHF = 1,057 EUR, 1 USD = 0,871 EUR), nicht zum tatsächlichen Kurs am Kauftag. Die Beträge sind deshalb eine Annäherung, keine exakt am 10. September gültigen Eurobeträge.
Nomad, Saily und Revolut hatten in München denselben Tarif, 3 GB für 30 Tage, und lassen sich damit direkt vergleichen: Nomad war mit rund EUR 1.83 pro GB am günstigsten, vor Revolut (EUR 2.29) und Saily (EUR 2.61). Gerade Nomad lieferte im Speedtest aber die tiefsten Downloads der drei. Der günstigste Tarif war damit nicht der schnellste, mehr lässt sich aus dieser kleinen Datenbasis nicht seriös ableiten.
Was dieser Test zeigt, und was nicht
Die Unterschiede sind gross. Die Datenbasis ist trotzdem klein.
Für die fünf regulären eSIMs liegen insgesamt neun Speedtests von einem Standort und einem Abend vor. Vier Anbieter wurden zweimal gemessen, Airalo einmal. Die Tests fanden nacheinander statt. Damit können sich die Bedingungen zwischen zwei Anbietern bereits verändert haben.
Netzauslastung, Routing, Roaming-Konfiguration, Traffic-Management und die Auswahl des Speedtest-Servers können Resultate beeinflussen.
Aus diesem Test lässt sich nicht bestimmen, welcher Faktor für Nomads tiefere Werte oder Airalos schwächeren Upload verantwortlich war.
Was sich dagegen direkt aus den Daten sagen lässt: Am Münchner Hauptbahnhof lagen die fünf getesteten eSIMs trotz durchgehender 5G-Anzeige sehr weit auseinander. Bei vier Anbietern zeigte Speedtest sogar dasselbe Carrier-Label an.
Diese neun Messungen zeigen eine grosse Bandbreite an einem einzelnen Ort und Abend. Für eine verlässliche Aussage über München insgesamt bräuchte es mehr Standorte, mehr Tage und mehr Messungen pro Anbieter.
Fazit
Revolut und Saily lieferten am Münchner Hauptbahnhof die stärksten Speedtest-Werte. Airalo erreichte mit seiner einzigen Messung ebenfalls mehr als 600 Mbit/s, während Holafly solide im Mittelfeld lag.
Nomad fiel mit rund 51 Mbit/s deutlich zurück. Gleichzeitig blieb die Verbindung schnell genug für praktisch alle normalen Reiseanwendungen. Ein schlechter Speedtest ist nicht automatisch schlechtes Internet.
Der spannendste Befund ist deshalb nicht die Zahl 661, sondern der Abstand zu 50 Mbit/s, obwohl auf dem Display bei allen fünf eSIMs dasselbe stand: 5G. Das Symbol war an diesem Abend der konstanteste Wert der ganzen Messreihe. Die Geschwindigkeit nicht.
FAQ
Welche eSIM war im München-Test am schnellsten?
Den höchsten Einzelwert erreichte Revolut mit 661,13 Mbit/s. Über zwei Messungen lag Revolut bei durchschnittlich 644,26 Mbit/s. Saily folgte mit 630,92 Mbit/s. Airalo erreichte einmalig 638,72 Mbit/s, hat aber nur eine dokumentierte Messung und ist deshalb weniger direkt vergleichbar.
Nutzen Airalo, Nomad, Revolut und Saily in München dasselbe Netz?
Speedtest erfasste bei allen vier Anbietern das Carrier-Label «Vodafone.de». Daraus folgt jedoch nicht, dass der gesamte technische Datenweg identisch war. Routing, eSIM-Profile und weitere Faktoren können sich unterscheiden. Bei Holafly wurde «Holafly 5G» angezeigt, weshalb ich aus den Testdaten kein konkretes deutsches Partnernetz ableite.
Warum war Nomad trotz 5G so viel langsamer?
Das lässt sich aus diesem Standorttest nicht sicher beantworten. Beide Nomad-Messungen lagen mit 50,19 und 52,17 Mbit/s sehr nah beieinander, der tiefe Wert war also reproduzierbar. Ob Routing, Auslastung, Priorisierung oder ein anderer Faktor dahinterstand, wurde nicht separat untersucht.
Was brachte Holafly Always On im Test?
Beim separaten Always-On-Backup-Profil lag der durchschnittliche Download mit 266,78 Mbit/s fast gleich hoch wie bei der regulären Holafly-eSIM mit 260,00 Mbit/s. Die Latenz war mit durchschnittlich 136 ms allerdings deutlich höher als die 94,5 ms der regulären eSIM.
Reicht dieser Test, um die beste eSIM für ganz München zu bestimmen?
Nein. Dafür wären mehrere Standorte, Tageszeiten und deutlich mehr Messungen nötig. Dieser Vergleich zeigt die Leistung am Münchner Hauptbahnhof am Abend des 10. September 2026. Genau dafür sind die Resultate aussagekräftig, darüber hinaus nicht.
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